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Flora
Die Ausprägung der
Pflanzenwelt wird durch die Wärmezunahme
von Norden nach Süden und durch den Übergang
vom ozeanischen Klima im Westen zum kontinentalen
Klima im Osten beeinflusst. Ursprünglich
waren weite Teile Europas, insbesondere der
Westen des Kontinents, waldbedeckt. Seither
wurde jedoch die Vegetation durch menschliche
Besiedlung und Landrodung verändert.
Nur in den Gebirgen im äußersten
Norden und im Nordteil des europäischen
Russland konnten sich die Wälder
noch lange Zeit ungestört von menschlichen
Eingriffen entwickeln. Mittlerweile sind jedoch
auch diese Gebiete von den Emissionen von
Schadstoffen in Mittel- und Osteuropa betroffen.
Andererseits ist jedoch ein beträchtlicher
Teil Europas von Wald bedeckt, der erst durch
Anpflanzungen geschaffen wurde oder auf gerodetem
Land erneut wuchs.
Die arktischen Küstenregionen Nordeuropas
und die höheren Hanglagen der nordeuropäischen
Gebirge weisen Tundrenvegetation auf,
die hauptsächlich aus Flechten, Moosen
und Zwergsträuchern besteht. Die
dort gedeihenden Arten sind den kalten Bedingungen
und der daraus resultierenden kurzen Vegetationszeit
angepasst. Die milderen, aber dennoch kühlen
Temperaturen im Landesinneren Nordeuropas
schaffen geeignete klimatische Voraussetzungen
für borealen Nadelwald, der weite Teile
der skandinavischen Länder Norwegen,
Schweden und Finnland sowie des nördlichen
Russlands bedeckt. Vorherrschende Baumarten
sind Fichten und Kiefern; daneben kommen
Birken und Pappeln vor. Im russischen Teil
des borealen Nadelwaldes treten auch Lärchen
und Arven in größeren Beständen
auf.
Die ausgedehnteste Vegetationszone Europas
- sie zieht sich vom Atlantik bis zum Ural
quer über den Kontinent - besteht aus
einem Mischwaldgürtel: Laubbäume
wie Eiche, Buche, Ahorn, Linde und Ulme
mischen sich mit Nadelhölzern wie Kiefer
und Fichte. In feuchten Regionen mit hohem
Grundwasserstand sind zum Teil weite Moorgebiete
verbreitet. Die mittel- und osteuropäischen
Tiefebenen umfassen an den trockensten Standorten
vereinzelt steppenähnliche Gegenden mit
relativ dichtem Grasbewuchs. Bei geringen
Jahresniederschlägen wächst nördlich
des Kaspischen Meeres sogar eine für
Halbwüsten typische Vegetation. Die Mittelmeerländer
bieten Lebensraum für zahlreiche Früchte,
vor allem Oliven, Zitrusfrüchte, Feigen,
Aprikosen und Trauben. Neben den typischen
Baumarten Kork- und Steineiche gedeihen in
den Wäldern Südeuropas auch Hartlaubgewächse.
In den von Kalkgestein bedeckten Regionen
Süd- und Südosteuropas tritt die
Macchie großflächig auf.
Fauna
Europa war früher
einmal die Heimat einer großen Vielfalt
von Tieren wie Hirsch, Elch, Wisent (europäischer
Bison), Wildschwein, Wolf und Bär. Da
aber weite Teile Europas von den Menschen
besiedelt und landwirtschaftlich genutzt werden,
sind viele Tierarten entweder ausgestorben
oder stark dezimiert worden. Heute kommen
Elche, Wölfe und Bären
in größerer Zahl nur noch im Norden
der skandinavischen Länder und Russlands
sowie auf der Balkanhalbinsel vor. Ansonsten
leben sie nur noch in geschützten Gehegen.
Das Rentier (das domestizierte Karibu)
wird bei den Lappen (Samen) in Gebieten hoher
geographischer Breite in Herden gehalten.
Die höheren Lagen der Pyrenäen und
der Alpen bieten Lebensraum u. a. für
Gämsen und Steinböcke. Kleinere
Tiere gibt es noch in großer Vielfalt
in Europa, z. B. Wiesel, Iltis, Hase, Kaninchen,
Igel, Hund, Fuchs und Eichhörnchen.
Zu den zahlreichen einheimischen Vogelarten
Europas zählen Adler, Falke, Fink,
Nachtigall, Eule, Taube, Sperling und Drossel.
Um die Störche rankt sich, vor
allem in den Niederlanden, die Legende, dass
sie den Bewohnern der Häuser, auf denen
sie ihre Nester bauen, Glück bringen.
Schwäne zieren viele europäische
Seen. Lachs aus Schottland, Irland
und aus dem Rhein ist ein begehrter Fisch.
Seefisch kommt in den küstennahen Gewässern
in großer Vielfalt vor, darunter die
für den Handel bedeutenden Sorten Kabeljau,
Makrele, Hering und Thunfisch. Im Schwarzen
Meer und im Kaspischen Meer lebt der Stör,
der den Kaviar liefert.
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