Die Welt im Überblick - Auszüge aus verschiedenen Regionen






[Australien Klima und Wetter]


Australiens Klima variiert vom tropischen und Monsunklima im Norden bis zum kühlgemäßigten Klima in Tasmanien. Im überwiegenden Teil des australischen Kontinents herrscht heißtrockenes Klima vor. Das Meer übt landeinwärts von der Küstenregion nur einen geringen Milderungseinfluss aus, und die Hochlandregion ist größenmäßig zu unbedeutend und zu niedrig gelegen, um mehr als regional begrenzt einzuwirken. Über zwei Drittel des australischen Kontinents, vor allem die zentralen und westlichen Regionen, erhalten jährlich weniger als 500 Millimeter Niederschläge. Das verbleibende Drittel der Landmasse setzt sich aus Wüstenregionen mit Jahresniederschlägen von unter 250 Millimetern zusammen. Lediglich zehn Prozent des Landes im Norden entlang der östlichen und südwestlichen Küstenlinie und in Tasmanien weisen im Mittel jährliche Niederschläge von über 1 000 Millimetern auf. Die wechselfeucht-tropische Küstenregion im Norden ist durch zwei Hauptjahreszeiten charakterisiert: Im heißfeuchten Südsommer fallen die Sommerniederschläge beim Durchgang der nordwestlichen Monsunwinde vorwiegend im Februar und März, und die trockenwarmen Südwinter sind durch den Einfluss der südöstlichen Passatwinde geprägt. Der Monsun dringt unterschiedlich weit in die Binnenregionen vor, und sein Einfluss reicht im Arnhemland und der Kap-York-Halbinsel am weitesten landeinwärts. Die jährlichen Niederschlagsmittelwerte in vielen Bereichen an der Nord- und Nordostküste betragen 1 524 Millimeter, übersteigen im Norden von Queensland in der Gegend um Cairns sogar 2 540 Millimeter. In den Grenzbereichen der Monsuneinflusszone sind trockene Grassavannen anzutreffen, deren geringe und unregelmäßige Niederschlagsmengen durch artesische Wasseradern ergänzt werden. Im westlichen, zentralen und nördlichen Teil Australiens variieren die durchschnittlichen Temperaturen im Sommer zwischen 26,7 und 29,4 °C, übersteigen jedoch häufig 38 °C.
Die warmen, klimatisch gemäßigten Regionen an der Südküste des australischen Festlandes sind von vier Jahreszeiten mit kühlem Winter und heißem Sommer geprägt. Die höchsten Temperaturen werden in den Monaten Januar und Februar erreicht und liegen durchschnittlich zwischen 18,3 und 21,1 °C. Juni und Juli sind die kühlsten Monate des Jahres. Im Jahresmittel werden im Juli Werte von etwa 10 °C erreicht, in den Australischen Alpen können die Temperaturen jedoch bis auf 1,7 °C absinken. In der Gegend um Mount Kosciusko bilden sich teilweise Schneefelder. Die Tieflandregionen an der Ostküste erhalten in allen Jahreszeiten Niederschläge, die jedoch im Sommer besonders stark sind. Die Niederschläge an der warmgemäßigten West- und Südküste beschränken sich infolge der Einwirkung der Westwindzone vor allem auf die Wintermonate. Tasmanien, das klimatisch der kühlgemäßigten Zone zuzurechnen ist, erhält im Sommer durch die Westwinde starke Regenfälle. Im Winter fallen ebenfalls starke Niederschläge, die durch Zyklonenstürme hervorgerufen werden. Schneefälle erfolgen nicht nur in den Australischen Alpen im Süden von New South Wales, sondern in der Winterjahreszeit auch im nördlichen Teil von Victoria und in Tasmanien. Alle südlichen Bundesstaaten Australiens liegen ganzjährig unter dem Einfluss der warmen, heißen Winde aus dem Landesinneren, die große plötzliche Temperaturanstiege bewirken können. Fast jedes Jahr sind immer wieder Landstriche von niederschlagslosen Dürreperioden betroffen, häufig treten auch örtliche Überschwemmungen und tropische Zyklone auf. Neben Kalifornien und den Mittelmeerländern gehören Südostaustralien und Tasmanien zu denjenigen Teilen der Erde, in denen es am häufigsten zu Buschfeuern kommt. 1994 verwüsteten Waldbrände einen Teil von New South Wales und vernichteten dabei in den Vororten von Sydney mehrere hundert Wohnhäuser.


 Ein Kurzportrait von Timo Trinks